Corona, Kinder.

Was erzählen wir den Kindern später nur, 
wenn sie in der Schule von der Flüchtlingskrise erfahren?

Wenn sie hören, wie Corona damals durch die Welt wütete?

“Es war eine schwere Zeit für uns damals, Kinder. Mama und Papa konnten nicht mehr in die Kneipe um die Ecke.
Wir waren erschüttert, als unser Urlaub ins Paradies ausfiel.
Und Raves am Wochenende gab es auch nicht mehr.
Ausnahmezustand.
H O R R O R.”

“Damals, meine süßen Kinder, stritten sich erwachsene Menschen – eure Vorbilder, Autoritätsfiguren, Orientierungspunkte für euer künftiges Leben; am Ende auch diejenigen, die Lebensentscheidungen für euch treffen – im Supermarkt um Klopapier.
Sie hatten höllische Panik, mit ihrer Scheiße konfrontiert zu werden.”

“Und während sich da also Gestalten über Papier zum Arsch abwischen kloppten, meine süßen unschuldigen Engelchen, da wurden gleichzeitig auf Lesbos Menschen bedroht, attackiert und misshandelt. Menschen, die eh schon alles verloren hatten, schwer traumatisiert, hilf- und schutzlos, verängstigt und verhasst.”

Was erzählen wir den Kindern später nur, 
wenn sie fragen, warum es in unseren Insta-Stories und Instant-Gehirnen um nichts anderes ging als unser hübsches Home Office Setup, um Nudel- und Scheißpapierknappheit oder warum unsere Sorge maximal dem Gedanken galt, ob wir uns nicht vielleicht doch mit diesem Corona angesteckt haben?

Ja, was erzählen wir ihnen denn nur,  
wenn sie fragen, warum auch die Medien von nichts anderem berichteten und das Sterben eines kleinen Mädchens im Flüchtlingslager Moria nur eine Randnotiz blieb?

“Hatten die Geflüchteten denn auch genug Klopapier, Mami?” – “Nein, mein Schatz. Hygiene war an dem Ort, an dem sie leben mussten nicht vorhanden. Genauso wie ausreichend medizinische Versorgung.”

“Und was haben die Regierungen dagegen gemacht, Papa?” – “Nun mein Schatz, das was sie besonders gut können: nichts.”

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